Regionale Spezialitäten
Ensalada payesa amb peix sec
Das charakteristische Gericht Formenteras und sein einziger wirklich einzigartiger Beitrag zur balearischen Küche. Peix sec (wörtlich „Trockenfisch") ist frischer Fisch — typischerweise Makrele, Rochen oder Stechrochen — gesalzen, dann an Haken oder Leinen in den anhaltenden salzigen Winden der Insel mehrere Wochen lang zum Trocknen gehängt, bis er fest, herb und stark konzentriert ist. Der getrocknete Fisch wird kurz in Wasser eingeweicht, zerzupft und dann in der Ensalada payesa mit Tomate, roter Paprika, Zwiebel, Kapern, hartgekochtem Ei, schwarzen Oliven und einer Vinaigrette aus Olivenöl und Salz kombiniert. Der Geschmack des Trockenfisches ist außergewöhnlich: nichts wie frisch, komplexer als jede Dosenvariante, in jedem Bissen den Geruch des Inselwinds tragend.
Bullit de peix
Das gemeinsame ibizenkische und formenteranische Festfischgericht: lokaler Fisch (Zackenbarsch, Drachenkopf, Goldbrasse) sanft in Wasser mit Knoblauch, Safran, Tomate und Zwiebel pochiert. Die Brühe wird als erster Gang über Safranreis gegossen (Arròs a banda); danach folgt der ganze Fisch mit Alioli und gedämpften Kartoffeln. Auf einer kleinen Insel, wo Fischfang der Haupterwerb ist, wird Bullit de peix bei Familienfeiern, Festen und Sonntagsmittagen gegessen — immer mit dem Fang des Morgens, niemals tiefgefroren. In den meisten Restaurants ist eine Vorankündigung erforderlich.
Pa amb oli
Das balearische Fundament und Formenteras alltäglicher Auftakt: Landbrot, mit reifer Tomate eingerieben, mit Olivenöl und Salz beträufelt. Auf Formentera ist der Belag oft Peix sec (eine kleine Portion des Trockenfisches) oder schlicht Thunfisch in Olivenöl und Kapern. Das Brot wird täglich in den wenigen Forns der Insel gebacken; die Qualität der Tomate, angebaut in den kleinen Gemüsegärten nahe Sant Francesc, bestimmt das Ergebnis.
Peix a la planxa
Frisch gegrillter Fisch auf einer flachen Eisenplatte — die schlichteste und häufigste Fischzubereitung auf der Insel. Der Tagesfang (Dorade, Wolfsbarsch, Rotbrasse oder was auch immer die Fischer an jenem Morgen anlanden) wird mit Olivenöl, Knoblauch, Zitrone und Meersalz gewürzt und bei starker Hitze gegrillt, bis die Haut knusprig und das Fleisch gerade gar ist. Keine Sauce, kein Beiwerk außer einem Zitronenspalter und vielleicht etwas Tumbet. Die Qualität des Fisches macht das Gericht aus.
Tumbet
Mit Mallorca und Ibiza geteilt: ein geschichteter Auflauf aus gebratenen Kartoffeln, Aubergine und roter Paprika unter Tomatensauce. Auf Formentera wird er in kleineren Mengen zubereitet und als Beilage zu gegrilltem Fisch serviert, nicht als eigenständiges Gericht. Die kleinen Bauernhöfe der Insel produzieren die Paprika und Auberginen im Sommer; die Qualität ist von Juli bis September hoch, wenn das Gemüse am besten ist.
Flaó
Der gemeinsame ibizenkische und formenteranische Osterkäsekuchen: ein blättriger Teigmantel gefüllt mit frischem Ziegen- oder Schafskäse, Eiern, Zucker und einer großzügigen Menge frischer Minze sowie Anissamen im gesamten Kuchen. Traditionell in der Setmana Santa (Heiligen Woche) gebacken und zwischen Haushalten geteilt; die Kombination aus Minze und Käse macht ihn leichter und weniger süß als einen typischen Käsekuchen. In Formenteras kleinen Bäckereien das ganze Jahr über erhältlich.