Regionale Spezialitäten
Sobrassada de Mallorca
Eine weiche, streichfähige Rohwurst aus grob gehacktem mallorquinischem Schweinefleisch, süßem und geräuchertem Paprika, Salz und schwarzem Pfeffer — sonst nichts. PGI-geschützt in zwei Formen: de Mallorca (vom einheimischen schwarzen Schwein, Porc negre, intensiv und nussig) und mallorquina (Standardschweine, milder). Roh auf Pa amb oli als Vorspeise gestrichen, kurz auf Brot gegrillt oder in Reisgerichte eingeschmolzen. Die Schwarzschwein-Variante ist dunkelroter, gehaltvoller und auf einem Markt oder in einem Celler unbedingt zu suchen.
Ensaïmada de Mallorca
Ein Spiralgebäck aus Weizenmehl, Eiern, Zucker, Wasser und Saïm (Schmalz) — daher der Name — zu einer flachen Scheibe aufgerollt und großzügig mit Puderzucker bestäubt. Seit 2003 PGI-geschützt. Die einfache Variante (Llisa) ist der Klassiker; die gefüllte Variante wird mit Cabello de ángel (Zuckerkürbismarmelade), Sobrassada oder Sahne gefüllt. Zum Frühstück oder als Snack mit Kaffee gegessen. In charakteristischen runden Pappschachteln verkauft, die bei jedem Inselflug nach Hause mitgenommen werden.
Pa amb oli
Das balaarische Grundnahrungsmittel: dick geschnittenes Landbrot, getoastet oder ungetoastet, kräftig mit der Schnittfläche einer reifen Tomate eingerieben, bis das Fruchtfleisch einzieht, dann mit Olivenöl beträufelt und einer Prise Flockensalz bestreut. Alles andere — Sobrassada, Käse, Thunfisch, geräucherter Schinken — ist ein Belag. Es ist zugleich das bescheidenste Alltagsessen und die Grundlage fast jeder traditionellen mallorquinischen Mahlzeit. Die Qualität von Tomate und Öl entscheidet über alles.
Tumbet
Ein langsam gebackener Schichtauflauf aus gebratenen Kartoffeln, gebratenen Auberginen und gebratener roter Paprika, mit einer dicken Tomatensauce übergossen und manchmal mit Spiegelei oder gebackenem Fisch belegt. Jede Schicht wird vor dem Schichten separat gebraten, was jedem Gemüse seine eigene Textur verleiht. Das Ergebnis ist reichhaltig, tief herzhaft und grundlegend bäuerlich — ein guter Tumbet braucht von Anfang bis Ende eine Stunde. Als erster Gang, Beilage oder Hauptgericht mit Fisch serviert.
Llom amb col
Päckchen aus Schweinskarbonade, in blanchierte Kohlblätter gewickelt, angebraten und dann mit Sobrassada, Pinienkernen, Rosinen, Tomate und einem Schuss Weißwein geschmort. Die Kombination aus herzhaftem Schweinefleisch, süßen Rosinen und bitterem Kohl ist typisch katalanisch — eine Kochtradition, die von der iberischen Küste nach Mallorca gebracht und unverändert bewahrt wurde. Ein Wintergericht, das bei familiären Sonntagsessen und in traditionellen Keller-Restaurants serviert wird.
Coca de trampó
Ein dünnes, rechteckiges Fladenbrot, belegt mit Trampó — einem rohen Salat aus fein gewürfeltem grünem Paprika, Tomate und Zwiebel — sowie einem Schuss Olivenöl, gebacken, bis das Brot knusprig und das Gemüse leicht welk ist. Der Teig ist eher brotartig als pizzaähnlich; der Belag wird vor dem Backen ungekocht aufgetragen, weshalb die Frische des Gemüses entscheidend ist. Ein Sommergrundnahrungsmittel, das von Juni bis September in jeder Bäckerei verkauft wird.
Frito mallorquí
Ein schnelles Pfannengericht bei starker Hitze aus Schweininnereien (Leber, Niere, Herz, Lunge), Kartoffeln, Fenchel, roter und grüner Paprika und Knoblauch — alles klein geschnitten und bei starker Hitze zusammen geschwenkt. Die Innereien verleihen dem Gericht eine eisenreiche Tiefe; die Fenchelblätter (Paner) durchschneiden die Reichhaltigkeit. Ursprünglich unmittelbar nach der Schlachtung zubereitet, aus den Teilen, die nicht haltbar waren, ist es heute ein ganzjähriges Grundgericht auf traditionellen Speisekarten. Rustikaler als verfeinert, serviert in derselben Pfanne, in der es gekocht wurde.
Caragols a la mallorquina
Schnecken in einer Sauce aus Tomaten, Schweinsrippchen, Paprika, Chili und Kräutern geschmort — ein Frühlingsritual, wenn die Schnecken sich von frischem Rosmarin und Thymian auf den Feldern ernährt haben und einen sauberen, kräuterartigen Geschmack haben. Mit einer Nadel gegessen, um die Schnecke herauszuholen, und einem Stück Brot, um die Sauce aufzusaugen. Die Stadt Santa Eugènia veranstaltet im Frühling ein jährliches Schneckenfest (Fira del Caragol); zu anderen Zeiten sind sie von März bis Juni auf Märkten und in traditionellen Restaurants zu finden.
Porcella rostida
Mallorquinisches langsam geröstetes Spanferkel, gewürzt mit Schmalz, Salz, Knoblauch und Kräutern, in einem Holzofen gegart, bis die Haut lackartig knusprig ist und das Fleisch vom Knochen fällt. Kleiner als die kastilische Variante — mallorquinische Ferkel werden jünger geschlachtet — und die Haut ist dünner und gleichmäßiger knusprig. Ein Festgericht zu Sant Jordi, Sant Sebastià und Familienfeiern; zunehmend das ganze Jahr über in Restaurants im Inselinneren erhältlich, die einen Holzofen behalten haben.
Arròs brut
„Schmutziger Reis" — ein suppiges, safrangetöntes Reisgericht, gekocht mit beliebigem verfügbarem Wild oder Geflügel (Kaninchen, Rebhuhn, Taube, Schweinsrippchen), Wildpilzen, Knoblauch und Kräutern. Der Name kommt von der schlammigen, vielschichtigen Farbe der verschiedenen Zutaten. Weder trockene Paella noch brühenreiche Suppe — es nimmt eine Mittelstellung ein, die einzigartig mallorquinisch ist. In einem tiefen Tontopf gekocht und im selben Gefäß serviert, ist es das prägende Gericht der Jagdkultur im Inselinneren.