Regionale Spezialitäten
Louza
Das charakteristische gepökelte Schweinefleisch von Mykonos — ausgelöstes Lendenfilet, in Rotwein mit Zimt, Nelken, Bohnenkraut und Pfeffer mariniert, dann mehrere Wochen lang im Wind luftgetrocknet. Hauchdünn aufgeschnitten, am Rand leicht wachsig, innen tiefes Mahagonirot, mit einem deutlichen süßlich-würzigen Aroma. g.U. auf mehreren Kykladen, aber Mykonos und Tinos sind die Ursprungsgebiete. Wird als Meze mit Kopanisti und Zwieback gegessen oder im lokalen Frühstückssandwich geschichtet.
Kopanisti (g.U.)
Ein würziger, pfeffriger fermentierter Molkenkäse, der einzigartig für Mykonos und einige benachbarte Kykladen ist — frischer Molkenkäse wird per Hand geknetet („kopanizo" = stampfen) und wochenlang nachreifen gelassen, bis er eine weiche, streichfähige Paste mit einem kräftigen, säuerlichen Biss bildet, der an starken Blauschimmelkäse erinnert. Bei Zimmertemperatur auf Zwieback mit Tomate (Mostra) serviert oder in Pasta gerührt. Passt zu kräftigem Rotwein.
Mostra
Das kykkladische Äquivalent zu Dakos — ein Gerstenzieback belegt mit geriebenem Tomaten, Kopanisti (oder lokaler Mizithra), Kapern, Oregano und einem großzügigen Schuss Olivenöl. Der Brotkorb auf Mykonos besteht größtenteils aus trockenem Zwieback, und Mostra ist die einfachste, frischeste Art, ihn im Sommer zu essen. In Tavernen als Vorspeise und zu Hause als Snack serviert.
Amygdalota
Weiche, zähe Mandelplätzchen — gemahlene Mandeln, Zucker, Eiweiß und ein paar Tropfen Rosen- oder Orangenblütenwasser, zu kleinen Birnen oder Halbmonden geformt und reichlich mit Puderzucker bestäubt. Mykonos und Tinos wetteifern um die beste Version. Leicht, duftend, leicht zäh. In jeder Dorfbäckerei und fast jedem Konditoreigeschäft in Chora erhältlich.
Kremmydopita
Ein mykonischer Zwiebel-Pie — langsam in Olivenöl karamellisierte süße Zwiebeln, gemischt mit frischem lokalem Käse (oft Kopanisti oder Mizithra), Eiern und Kräutern, zwischen zwei Lagen dünnem Teig gebacken. Mild herzhaft, durch die Zwiebeln leicht süßlich, mit einer scharfen Note vom Käse. Ein traditionelles Landgericht, das eher in Familienküchen als in Restaurants erhalten geblieben ist.
Fava mit Kapern
Gelbe Spalterbsenpüree — weicher und flüssiger als die Santorini-Version, hier mit einem großzügigen Löffel Kapern (die wild auf den steinigen Hängen von Mykonos wachsen), einem Schuss Olivenöl und etwas Zitronensaft abgerundet. Warm oder bei Zimmertemperatur mit Brot gegessen. Ein Standard-Meze auf dem fleisch- und käsebetonten Mykonos-Tisch.
Tigania
Gebratenes Schweinefleisch — mundgerechte Schweinefleischwürfel kurz in Rotwein mariniert, dann in Olivenöl mit Knoblauch, Oregano und Pfeffer scharf angebraten. Zischend in einer kleinen Pfanne mit knusprigem Brot serviert. Ein Meze-Klassiker auf den Kykladen und eine besonders häufig bestellte Mykonos-Tavernenbestellung. Schlicht, kräftig herzhaft, mit einem Spritzer Zitrone abgerundet.
Chtapodi sta karvouna
Oktopus, kurz auf einer Tavernen-Wäscheleine getrocknet, auf Holzkohle gegrillt, mit Olivenöl, Oregano und Zitrone angemacht. Das Gericht ist allgegenwärtiges Ägäisches Meze-Terrain; auf Mykonos haben die Hafentavernen im alten Hafen und in Venezia Piccola es als nahezu selbstverständliche Bestellung. Leicht zäh, rauchig, schlicht.
Psarosoupa
Ägäische Fischsuppe — eine klare, zitronige Brühe aus Felsenfish (Skorpionfisch, Zackenbarsch, Seehecht), mit Karotte, Kartoffel, Zwiebel und Sellerie köchelnd, manchmal Avgolemono-artig mit Ei und Zitrone abgerundet. Der Fisch wird als gesonderter Gang neben der Brühe serviert. Eine Winterspezialität der Mykonos-Psarotavernen; im Sommer weniger verbreitet.
Loukoumades
Kleine frittierte Teigbällchen — außen golden, innen weich — in Honig oder Traubensirup getränkt und mit Zimt und gehackten Walnüssen bestreut. Das griechische Standarddessert; auf Mykonos spät serviert und manchmal mit Mastix-Eis auf der Seite in den modernen Dessertläden in der Nähe des Manto-Mavrogenous-Platzes.
Xinotyro
Ein halbharter, säuerlich-scharfer Schafsmilchkäse — jung frisch und quarkig, mit zunehmendem Alter trockener und bröckeliger. Gerieben über Pasta, in Salaten oder mit Kapern und einem Glas Weißwein gegessen. Mykonos und Naxos produzieren beide Versionen; die Mykonos-Version ist typischerweise salziger und säuerlicher. In den Dorfsennereien in Ano Mera erhältlich.
Tomatokeftedes
Tomatenküchlein — geriebene reife Tomate mit Zwiebel, Minze, Oregano, Mehl und manchmal Feta, in Olivenöl gebraten bis sie knusprig sind. Ein Standard-Ägäisches Meze, das den saisonalen Tomatenüberschuss verwertet. Die Mykonos-Version fügt dem Teig oft etwas Kopanisti für zusätzliche Würze hinzu.